DSAG: Mittler zwischen Anwendern und der SAP SE – Interview Teil 1

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PTS Group im Interview mit Dr. Marco Lenck von der DSAG

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) ist einer der weltweit größten unabhängigen Interessenverbände der SAP-Anwender. Der Verband will die Zusammenarbeit zwischen SAP-Softwarebenutzern und SAP verstärken und eine Verbesserung der SAP-Softwareprodukte erreichen. Ein wichtiger Aspekt dazu ist der DSAG-Jahreskongress, bei dem auch die PTSGroup als Austeller vertreten war.

Der Vorstandsvorsitzende der DSAG, Marco Lenck, schildert im Interview seinen Eindruck der Veranstaltung und welche Themen die SAP-Welt im Moment bewegen.

Herr Dr. Lenck, wie beurteilen Sie den kürzlich veranstalteten DSAG Jahreskongress und welche Trends haben Sie gesehen?

Wir konnten über 4.000 Teilnehmer begrüßen. Die Veranstaltung war sowohl thematisch als auch von den Besucherzahlen ein großer Erfolg. In den beiden Kunden-Keynotes von Fujitsu und Bosch Siemens Hausgeräte haben Entscheider darüber berichtet, wie sie ihre Unternehmen in die neuen Technologiewelten führen. Es sind diese Beispiele, die SAP-Anwenderunternehmen helfen, sich mit den neuen Technologien auseinanderzusetzen. Darüber hinaus konnten wir unsere Standpunkte verdeutlichen und SAP dazu aufrufen, sich stärker am Kunden zu orientieren, Innovationspotenziale aufzuzeigen und eine echte User Experience für die Nutzer zu schaffen. Denn: Zukunftsorientierte und am Bedarf der Kunden ausgerichtete Lösungen plus eine nachhaltige Transformation bringen unter dem Strich erfolgreiche und zufriedene Kunden.

Wie sehen Sie das Entwicklungspotential der Cloud?

In den DSAG-Mitgliedsunternehmen ist für gut ein Drittel die Cloud in Form von Software-as-a-Service-Anwendungen Realität. Das ergab die sich auf den allgemeinen Einsatz von Software-Lösungen in der Cloud bezogene DSAG-Investitionsumfrage 2014 vom Januar. Was die Verlagerung von kompletten ERP-Systemen in die Cloud betrifft, zeichnet unsere aktuelle Umfrage ein anderes Bild. Lediglich fünf Prozent der Befragten in DACH halten ERP in der Cloud in den nächsten fünf Jahren für ein realistisches Szenario. Immerhin 18 Prozent der befragten CIOs erwägen, hybride Teil-Modelle einzusetzen. Der Grund für die Zurückhaltung liegt auf der Hand. ERP-Systeme zählen in den meisten Unternehmen zu den komplexesten IT-Lösungen. Veränderungen in diesem Umfeld werden daher nur sehr vorsichtig vorgenommen.

Wie stark bewerten Sie die Innovation SAP HANA?

Bei der Business Suite on HANA liegt der Fall ähnlich. Anwenderunternehmen sind mit Investitionen in dieses Produkt zurückhaltend. Konsolidierungs- und Rollout-Projekte genießen immer noch Vorrang. Nichtsdestotrotz gibt es bereits erste Erfahrungen in den Firmen: Rund fünf Prozent der Befragten befinden sich aktuell in Umstellungsprojekten für die Business Suite on HANA oder haben diese bereits abgeschlossen. Weitere elf Prozent planen deren Einsatz. Über 80 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass sie sich mit der Business Suite on HANA nicht beschäftigen. Und auch das Warum hat die DSAG-Umfrage erhoben: Es sind nicht primär die Kosten oder das technische Verständnis. Das Grundproblem besteht darin, dass für viele Kunden kein Business Case zu erkennen ist. Viele Unternehmen sehen zurzeit kein Innovationspotenzial für ihre Geschäftsprozesse. Hier sollte SAP an der Nutzendarstellung arbeiten und gute Beispiele aufzeigen, die den Unternehmen weiterhelfen, einen Business Case zu errechnen.

Im zweiten Teil des Interviews erfahren Sie, welche Rolle die DSAG in der Zusammenarbeit mit der SAP AG spielt.

Über Dr. Marco Lenck

Marco Lenck ist seit September 2012 Vorstandvorsitzender der DSAG. Von 2008 bis 2012 bekleidete er das Amt des Technologievorstands und kann u. a. auf Erfolge im Bereich BI/BO- und SAP HANA-Pricings zurückblicken. Hauptberuflich ist der studierte Chemiker als Head of Group IT tätig.

Marco Lenck im Video über SAP-Innovationen.

Bildrechte: DSAG e.V. (www.dsag.de)